Abstriche, oberflächlich von Haut und Schleimhäuten

Transportmedien mit Medium:

  • Kultur: Tupfer mit Transportmedium. GLP-Bestell-Nr.: ABSS150
  • Kultur: Tupfer dünn mit Transportmedium, HNO,Urethra. GLP-Bestell-Nr.: ABSS150

  Transportmedien ohne Medium:

  • PCR: Tupfer für den Direktnachweis von Chl. trachomatis, N. gonorrhoe. GLP-Bestell-Nr.: AADCN150
  •  PCR und Antigen-Schnelltest: Streptokokken Gr. A, B. pertussis, Influenza-Virus, RSV-Virus. GLP-Bestell-Nr.: ADT150
  •  PCR und Antigen-Schnelltest: dünner gedrehter flexibler Drahstiel für Kinder. GLP-Bestell-Nr.: ADGT140
  •  PCR: Tupfer (dünn) für den Direktnachweis von z.B. Mycoplasmen, Ureaplasmen, Trichomona. GLP-Bestell-Nr.: ADT140

 allgemein:

  • für den Kulturellen Erregernachweis Kontamination mit Standortflora vermeiden
  • bei V. a. auf Pilzinfektion der Haut, Haare oder der Nägel keinen Abstrich einsenden sondern Hautschuppen, Haarwurzeln oder Nagelspäne.
  • Bei Schleimhautmykosen sind Abstriche geeignet. bei Anal- bzw. Rektalabstrichen immer angeben, ob eine allgemeine Kultur (z. B. bei Analabszess) oder eine Untersuchung auf pathogene Darmkeime (Salmonellen, Shigellen etc.) gewünscht ist.
  • bei gezielter Untersuchung auf MRE (MRSA, 3/4MRGN, VRE) diese Fragestellung auf dem Anforderungsschein eindeutig vermerken.
  • Zur Untersuchung auf Chlamydia trachomatis (Harnröhre, Cervix, Bindehaut, auch Anus, Rachen, bei Neugeborenen Rachen) und Varizella Zoster Virus spezielles Abstrichbesteck für PCR anfordern (s.o.)


Untersuchung bei ungezielter Anforderung:

  • Gram-Präparat
  • Aerobe Kultur mit Resistenzbestimmung typischer Infektionserreger
  • Untersuchung auf Sproßpilze

Transportmedien: Steriles Schraubdeckelgefäß, DERMAPAK-2000™

Hautschuppen:
Die Entnahmestelle mit 70% Ethanol reinigen. Vermehrungsfähige Pilzsporen befinden sich in den unteren Schichten. Alle oberflächlichen Auflagerungen wie Krusten, abgestorbene Hautschuppen müssen zunächst vom mykoseverdächtigen Krankheitsherd, soweit wie möglich, mit einem sterilen Skalpell oder scharfen Löffel entfernt werden. Von der Randzone des Herdes an der Grenze zum gesunden Gewebe, möglichst reichlich Material (30 - 50 Hautschuppen) mit einem sterilen Skalpell oder scharfen Löffel entnehmen. (Entnahme nie vom Zentrum des Herdes, da dieser pilzfrei ist oder Pilzelemente bereits zerfallen sind.)

Nagelspäne:
Die Entnahmestelle mit 70% Ethanol reinigen. Ablösbare, bröcklige Teile mit steriler Schere oder Feile entfernen und verwerfen, da diese häufig mit Keimen kontaminiert sind und die pathogenen Pilze nicht mehr lebensfähig sind. Aus dem Randgebiet zum gesunden Nagel-material Nagelspäne gewinnen. Bei weißen Nagelflecken diese abkratzen oder fräsen. Gröbere Hornpartikel mit einer sterilen Schere zerkleinern.
Ein Stück vom vorderen Nagelrand, mit der Schere abgeschnitten, ist NICHT geeignet!
Bei Befall mehrer Nägel muss für jeden Nagel ein neues sterilisiertes Entnahmebesteck benutzt werden.

Haarstümpfe:
Die Entnahmestelle mit 70% Ethanol reinigen. Besonders geeignet sind abgebrochene Haarstümpfe, glanzlos, entfärbt vom Rand eines Herdes. Mit einer sterilen Epilationspinzette 20 - 30 Haarstümpfe herausziehen. In einem sterilen Gefäß, ohne Transportmedium versenden. Haare, die sich nur schwer herausziehen lassen, sind i.d.R. pilzfrei.
Keine abgeschnittenen Haare zur Diagnostik einsenden!

Fehlerquellen bei der Materialentnahme:

  • eine ausreichende Desinfektion der verdächtigen Herde.
  • Desinfektionsmittel verwendet, welches auch antimykotisch wirkt.
  • zu wenig Material
  • abgestorbene oder zu große Hautschuppen entnommen.
  • nur ein großes Nagelstück abgeschnitten.
  • nicht befallene Haarstücke abgeschnitten.

Hinweis:
Proben für Dermatophytendiagnostik bei Raumtemperatur lagern.
Der kulturelle Nachweis von Dermatophyten dauert in der Regel ca. drei Wochen.
Resistenztestungen können aufgrund fehlender Standards nicht durchgeführt werden.

Transportgefäße:

  • Standard-Röhrchen, steril. . GLP-Bestell-Nr. BSU10 OL
  • Spezialröhrchen für kleinvolumige Biopsien. GLP-Bestell-Nr. ATAn

Grössere Gewebeproben ggf. in etwas steriler Kochsalzlösung in sterilem Röhrchen transportieren.

Für kleine Proben (z. B. Magenbiopsie auf Helicobacter pylori) Spezialröhrchen (Glasröhrchen mit Schraubverschluss und Transportmedium) verwenden. Biopsie wenige mm in das Transportmedium eindrücken. Untersuchung wie Punktate.

Transportgefäß:

  • Standard-Röhrchen, steril, 10 L: Bestell-Nr.: BSU10 OL
  • Blutkulturflasche: Bactec PEDS Plus/F

Vorgehensweise:

Der unter streng aseptischen Kautelen punktierte Liquor sollte rasch untersucht werden, da die wichtigsten Keime außerhalb des Körpers zugrunde gehen können. Die Probe darf nicht unter Raumtemperatur abkühlen, da einige Keime kälteempfindlich sind. Liquor aus Drainagen sollte entsprechend bezeichnet werden. Bei unvermeidlicher Verzögerung mehr als 2 Stunden muss zusätzlich eine Blutkulturflasche (optimal Bactec PEDS Plus/F) beimpft werden. Zu beachten ist, dass schon eine einmalige Gabe eines Antibiotikums wegen der hohen Empfindlichkeit der meisten Erreger oft dazu führt, dass der Keim nicht mehr angezüchtet werden kann. 

Materialmenge  mind. 2 ml, zur Untersuchung auf TBC möglichst große Menge (soviel wie verfügbar).

Separate Röhrchen für Klinisch Chemische/Hämatologische Untersuchungen (Glucose, Eiweiß, Lactat, Zellzahl) und infektionsserologische Untersuchungen

Hinweis: Bei septischem Krankheitsbildes sollten zusätzlich Blutkulturen abgenommen werden.

Untersuchung bei ungezielter Anforderung:

  • Grampräparat (Sensititvität 80%). Ergebnis in 1 Stunde.
  • Aerobe Kultur einschliesslich Listeria monocytogenes. Ergebnis nach 1-2 Tagen.
  • Antigen-Test (N. meningitidis,  H. influenzae Typ b, Pneumokokken, ß-häm. Streptokokken Gr. B, E. coli K1).

Untersuchung nur auf besondere Anforderung:

  • TBC/Mykobakterien PCR und Kultur (Direktpräparat wegen geringer Keimzahl praktisch immer negativ!)
  • Pilze, insbes. Cryptococcus neoformans (Kultur und Antigennachweise). Indiziert bei ausgeprägter Immunsuppression.
  • Enterovirus-PCR (Encephalitis, Myelitis)
  • Varizella-zoster-PCR (Encephalitis, Myelitis)
  • Herpes simplex-PCR (Encephalitis, Myelitis)
  • Cytomegalievirus-PCR (AIDS)
  • Antikörperbestimmungen (Liquor-/Serum-Quotient) zum Nachweis einer lokalen Produktion spezifischer Immunglobuline, VZV oder HSV-Meningitis, Multipler Sklerose (MRZ-Reaktion), Neuroborreliose, Neurolues).

Transportgefäße:

  • Standard-Röhrchen, steril, 10 ml. GLP-Bestell-Nr. BSU10 OL
  •  Blutkulturflasche BD-BACTEC™ PEDS-PLUS (im labor anfordern)
  • Becher, steril, 40 ml. GLP-Bestell.-Nr UU40 OL

Unter streng sterilen Kautelen Punktion und Überführung von 5-10 ml (bei Untersuchung auf  Mykobakterien optimal 30 ml) Punktat in ein steriles Röhrchen. Bei kleineren Mengen Probe in ein Spezialröhrchen (Port-a Cul) durch die Gummimembran einspritzen. Bei verzögertem Transport kann ein Teil zusätzlich in eine aerobe und anaerobe Blutkulturflasche (besonders bei keimarmen Material, nicht bei V.a. Mischinfektion) gegeben werden.


Untersuchung bei ungezielter Anforderung:

  • Grampräparat
  • Kultur auf aerobe und anaerobe Bakterien
  • Kultur auf schnellwachsende Pilze
  • Hemmstofftest

Untersuchung auf besondere Anforderung:

  • Untersuchung auf TBC/ Mycobakterien
  • Kultur auf Actinomyceten
  • Kultur auf Nokardien
  • Kultur auf langsam wachsende Pilze 

Bewertung: In sterilen Punktaten nachgewiesene Keime sind praktisch immer als Infektionserreger anzusehen. Bei Punktion durch die Schleimhäute ist auch nach Desinfektion eine Kontamination durch die Schleimhautflora nicht selten.

Transportgefäß: Stuhl-Versandröhrchen mit Löffel: SL2+VR3 (GLP)


Vor Probengewinnung sollte die Blase vollständig entleert werden, um eine Kontamination mit Urin zu vermeiden. Der Stuhl wird dann in das gespülte Toilettenbecken oder ein sauberes Gefäß (z.B Steckbecken) abgesetzt. Bei Toiletten mit Tiefspülung ohne Auffangbecken ist sollte ein Stuhlfänger, notfalls auch eine zwischen Becken und Klappe angebrache Frischhaltefolie oder Zeitung zu verwendet werden.

Mit dem im Transportgefäss enthaltenen Löffel ist eine mindestens 3-5 ml entsprechende Menge Stuhl (etwa walnussgroß) an verschiedenen Stellen, bevorzugt mit blutigen schleimigen oder eitrigen Anteilen, zu entnehmen.

Optimal ist ein Transport in das Labor innerhalb von ca. 4 Stunden (besonders zum Nachweis von Shigellen, Campylobacter und Clostridium difficile -Toxin).  Stuhlproben für Antigennachweise können für 2 Tage bei 4 - 6°C gelagert werden.

Da die Erreger teilweise diskontinuierlich oder in geringer Zahl ausgeschieden werden, kann durch die Gewinnung mehrerer Stuhlproben (2-3) zu unterschiedlichen Zeiten die Nachweisrate deutlich erhöht werden.

Untersuchungsprofil erfolgt gemäß MiQ 9 und umfasst abhängig von Patientenalter, Stuhlqualität, Auslandsaufentalt und Immunsuppression die jeweils wahrscheinlichsten Erreger.

 Darüber hinaus sind folgende Untersuchungen explizit anzufordern:

  • MRGN oder VRE (tiefer Rektalabstrich)
  • Antigen- und Toxinnachweis von Clostridioides difficile: Wichtigster Erreger bei Durchfallerkrankungen unter oder nach Antibiotikatherapie
  • Mikroskopischer Nachweis von Wurmeiern und Protozoenzysten
  • Tesafilmabklattsch vom Anus auf Oxyuren-Eier (Enterobius vermicularis), Versand wegen hoher Kontagiosität nur im Objektträger-Transportbehälter
  • Untersuchung auf TBC/Mykobakterien (nur Bioptat)
  • Untersuchung auf Cyclospora cayetanensis und Cystisospora belli (Kinyoun-Färbung)
  • Untersuchung auf Mikrosporidien (Trichromfärbung/Fremdversand)
  • Antigennachweise (EIA) von Entamoeba histolytica, Giardia lamblia und Cryptosporidien.
  • Stuhl auf Pilze (quantitativ): Beurteilung des Keimreservoirs bei Vaginal- oder Analmykose und bei Immunsuppression. Die direkte enterale Pathogenität von Pilzen ist sehr fraglich.

Bei Verdacht auf sonstige seltene Erreger wie Vibrio cholera (Aufenthalt in Endemiegebiet?), andere Vibrionen (z. B. nach Genuss von rohem Fisch) u.a. oder bei AIDS (CMV, Mykobakterien) Rücksprache empfohlen.

Transportgefäß: Steriler Becher, 40 ml. GLP-Bestell-Nr.: UU40 OL

  • Morgensputum (2-5ml) gewonnen durch Abhusten aus den tiefen Atemwegen, zur Vermeidung von Kontaminationen von nicht-tuberkulösen Mykobakterien aus Leitungswasser ohne vorherige Mundspülung (im Gegensatz zur Untersuchung auf schnell wachsende Bakterien/Pilze); nicht länger als 1 Stunde nach dem Erwachen sammeln
  • Bronchialsekret (2-5 ml) Bronchiallavage (BAL) 20 bis 30 ml (gezielt in der Nähe verdächtiger Herde einzusetzen, für Mykobakteriendiagnostik gesonderte Entnahme; wegen des Verdünnungseffektes ist Bronchialsekret gegenüber BAL zu bevorzugen)
  • Magennüchternsekret (5ml) nach Gewinnung Neutralisation erforderlich (Röhrchen mitgeeignetem Zusatz anfordern)
  • Magenspülwasser (20-30ml) möglichst gesamte Menge einsenden, Neutralisation erforderlich (Röhrchen anfordern).   Hinweis:  Magennüchternsekret und Magenspülwasser bei kleinen Kindern einsetzen, bei älteren Kindern und Erwachsenen Sputum oder Bronchialsekret bevorzugen.
  • Urin (30-50ml) erster Morgenurin nach eingeschränkter Flüssigkeitszufuhr am Vorabend ("Konzentrationsharn"); kein Sammelurin
  • Blut (5-10ml) Vollblut mit Antikoagulantienzusatz (Citrat oder Heparin): nur Kultur möglichUntersuchung nur bei schwer immundefizienten Patienten sinnvoll
  • Knochenmark: Probenmaterial mit Antikoagulantienzusatz wie bei "Blut"
  • Liquor (3-5ml)
  • Sonstige Punktate (30-50ml)
  • Bioptate (ohne Formalin!): -möglichst viel Material ohne Zusätze, sehr kleinen Proben (PE)  mit 0,5 ml steriler physiol. Kochsalzlösung

Transportgefäß:

  •  steriles Röhrchen , 10 ml: Bestell-Nr. BSU10 OL
  • steriler Becher, 40 ml: Bestell-Nr.: UU40 OL

Unter Bronchialsekret (oder Trachealsekret) ist bronchoskopisch entnommenes oder (bei intubierten Patienten) abgesaugtes Sekret zu verstehen. Im Prinzip gelten die bei  Sputum gemachten Angaben. Günstig ist die Entnahme mittels eines speziellen, in den Absaugschlauch zwischengeschalteten Probenröhrchens. Die Kontamination durch Mundflora ist wesentlich reduziert. Bei bronchoskopischer Entnahme werden aber häufig Keime der Rachenflora gefunden, die durch den Schlauch verschleppt wurden. Bei länger beatmeten Patienten kommt es sehr häufig zu einer teils massiven Besiedlung der Trachea mit gramnegativen Stäbchenbakterien. Die medizinische Relevanz muss unter Berücksichtigung klinischer Daten beurteilt werden.Für den Nachweis einer Infektion mit  Pneumocystis jirovexxi sollte eine   bronchoalveoläre Lavage (BAL) durchgeführt werden.

Transport-/KulturmedienBlutAero (blauer Metallring), BlutAnaer (goldener Metallring) über GLP anfordern,  BD-BACTEC™- PEDS-PLUS (bitte vorher Kontaktaufnahme mit Labor)

Blutkulturen gehören zu den wichtigsten mikrobiologischen Untersuchungen und sollten bei jeder schweren Infektion entnommen werden. Das Anlegen von Blutkulturen ist auch in der Praxis oder bei Hausbesuchen leicht durchführbar.
Wir verwenden das Blutkultursystem BACTEC der Fa. Becton Dickinson. Die BACTEC-Flaschen enthalten Kunstharze, die bis zu einem gewissen Grad Antibiotika binden und daher bei bereits begonnener Antibiotikatherapie von Vorteil sein können. Die beimpften Flaschen werden im Labor kontinuierlich auf Wachstum überprüft. Jeder Keimnachweis wird sofort mitgeteilt. Die Mitteilung negativer Befunde erfolgt nach Abschluss der Inkubationszeit nach 7 Tagen.

  • Abnahme möglichst vor Beginn der antibiotischen Therapie. Auch eine klinisch nicht wirksame Therapie kann den Keimnachweis in der Blutkultur unmöglich machen. Bei antibiotisch vorbehandelten Patienten Entnahme am Ende des Dosierungsintervalls. V.a. Endokarditis oder Brucellose bitte angeben (die Blutkulturen werden dann länger inkubiert).
  • Blutkulturen aus liegenden Zugängen sollten nur in Ausnahmefällen erfolgen, da die Kontaminationsgefahr sehr hoch ist. Bestätigung einer Katheterinfektion kann eine zeitgleiche Entnahme aus dem Katheter sinnvoll voll sein.  Wird die aus dem Katheter gewonnene Blutkultur eher positiv als die aus der peripheren Vene, spricht dies für eine Katheterinfektion (differential time of positivity).
  • Laut der S2-k Leitlinien der Deutschen Sepsis-Gesellschaft sollten 2-3 Sets,  bei Patienten unter Antibiotikatherapie 3 Sets innerhalb der ersten 24h zeitlich getrennt abgenommen werden. Der Zeitabstand kann in klinisch dringenden Fällen und bei V.a. Endokarditis (kontinuierliche Bakteriämie) kurz sein.
  • Entnahme möglichst früh im Fieberanstieg bzw. bei Auftreten von Schüttelfrost.
  • Blutentnahmen aus einem liegenden intravaskularen Katheter haben ein erheblich höheres Kontaminationsrisiko (sorgfältige Desinfektion notwendig). Arterielle Blutentnahmen bringen keine Vorteile.
  • Für Blutkulturen bei Kindern stehen besondere Blutkulturflaschen (BD BACTEC™- PEDS-PLUS) zur Verfügung.
  • Das System kann auch für Liquor und keimarme Punktate eingesetzt werden. Nach Möglichkeit sollte dann zusätzlich noch Material im sterilen Röhrchen eingesandt werden. Bei Verdacht auf Mischinfektion (z.B. Punktat Abszess) sind Blutkulturflaschen nicht geeignet.
  • Der Nachweis von  MOTT (atypischen Mykobakterien) im Blut ist nur mit Spezialflaschen möglich

Technisches Vorgehen: 

Vor der Blutabnahme muss eine sorgfältige Haut- und Händedesinfektion durchgeführt werden! Eine nicht korrekt durchgeführte Haut- und Händedesinfektion verursacht falsch positive Blutkulturen!

  1. Kulturflaschen lichtgeschützt bei Raumtemperatur lagern. Vor Gebrauch auf Unversehrtheit und Verfallsdatum überprüfen.
  2. Die Kunststoffkappe der Flasche entfernen und die darunter gelegene graue Gummimembran 1 Minute mit Alkohol desinfizieren.
  3. Sorgfältige Hautdesinfektion! Blutentnahme (je Flasche 8-10 ml, bei BACTEC PEDS maximal 3 ml) unter aseptischen Bedingungen. Wenn vorhanden, kann das Vacutainer-System benutzt werden.
  4. Auswechseln der Kanüle. Blutkulturflaschen beimpfen; dafür die graue Gummimembran durchstechen. Kanüle zügig zurückziehen. Nicht belüften.
  5. Flaschen mit Patientendaten, Einsender, Datum und Entnahmezeit kennzeichnen. Der Barcode der Flasche darf nicht überklebt bzw. beschriftet werden.
  6. Blutkulturflaschen schnellstmöglich ins Labor bringen, bis zum Transport bei Raumtemperatur lagern.

Transportgefäß: Becher mit Schraubdeckel, steril, 40 ml. Bestell-Nr. UU40 OL

 

Materialgewinnung für mikrobiologische Untersuchungen:

Vorhaut zurückziehen. Äußere Harnröhrenöffnung sorgfältig reinigen. Ejakulat in sterilen Behälter gewinnen und an das Labor senden.

Lagerung, wenn nötig, im Kühlschrank.

Untersuchung bei ungezielter Anforderung:

  • Grampräparat
  • Hemmstofftest
  • aerobe Kultur einschliesslich Hefen
  • Kultur auf Mykoplasmen
  • Kultur auf Neisseria gonorrhoeae
  • Untersuchung auf Chlamydia trachomatis

Untersuchung nur auf besondere Anforderung:

  • TBC/Mykobakterien

Transportgefäß: Gefäß ohne Nährbouillonzusatz: Bei der Anlage ist eine semiquantitative Aussage über die Keimzahl möglich. Nachteil: Empfindliche Bakterien können evtl. den Transport nicht überleben. Steriles Röhrchen 10 ml, BSU10 OL

 

Gefäß mit Nährbouillon: Alle Keime können angezüchtet werden. Nachteil: eine semiquantitative Aussage ist nicht möglich. ATAn

 

Entnahme: Insertionsstelle desinfizieren, Katheter ziehen, Spitze (ca. 4-6 cm) abschneiden und in ein steriles Gefäß geben.

Hinweis: Dauerketherspitzen sind für die Diagnostik eines Harnwegsinfekts ungeeignet!

Empfohlene Proben zum Screening auf MRE

Bitte verwenden Sie für die empfohlenen Abnahmestellen jeweils ein separates Abnahmesystem.

Multiresistente Gramnegative (3/4-MRGN):
-Enterobacterien: tiefer Rekalabstrich, Stuhl, Urin, Wunde
-Pseudomonas aeruginosa: resp. Material, tiefer Rektalabstrich, Wunde
-Acinetobacter baumanmii: resp. Material, Wunde, Hautabstriche großflächig (Oberschenkelinnenseite)


Vancomycin resistente Enterokokken (VRE):
tiefer Rektalabstrich, Stuhl, Wunden


Methcillin resistenter Staphylococcus aureus (MRSA):
Abstrich: beide Nasenvorhöfe, Rachen, ggf. Wunden und bekannte Besiedlungsorte

Transportgefäß: Sputumbecher mit Schraubdeckel: UU30

 

Möglichst Morgensputum verwenden. Eitriges Sputum ist am aussagekräftigsten.
Das Material sollte aus der Tiefe abgehustet werden. Die Patienten müssen entsprechend aufgeklärt werden. Für die Proben entsprechende, festzuschließende Gefäße mit Umhüllung verwenden.

Patientenanleitung:
Tief ein- und ausatmen. Nach jedem Einatmen den Atem für ca. 3-5 sec. anhalten. Diesen Vorgang möglichst wiederholen. (Sputumproduktion wird angeregt.)
Erneut tief Luft holen und Sputum abhusten. Gelingt es nicht, eine entsprechende Probe zu entnehmen, kann mit Inhalation von 15% NaCl oder mit Mucolytika nachgeholfen werden.

Kultur: Die Angabe der Keime erfolgt semiquantitativ. Trotz optimaler Probenentnahme ist es wegen der regelmäßigen Speichelbeimengungen oft schwierig, aussagekräftige Befunde zu erheben.

Eignung der Probe/Mikroskopie: Gut geeignete Proben sollten weniger als 10 Plattenepithelzellen und mehr als 25 Leukozyten pro Gesichtsfeld enthalten. Klassifizierung der zytologischen Untersuchung zur Bewertung von Sputumproben (modifiziert nach Bartlett et al.)
Ausnahmen bei der Beurteilung des Sputums sind Immundefekt, Mukoviszidose, Legionellose, Tuberkulose und epidemiologische Fragestellungen.

Nicht geeignet ist 24-Stunden-Sammelsputum.

Die Diagnose "Aspirationspneumonie" sollte unbedingt vermerkt werden, da hierbei auch eine Anlage auf Anaerobier erfolgt, die bei anderen Fragestellungen nicht indiziert ist.

Die Diagnose "Mukoviszidose" sollte ebenfalls gesondert vermerkt werden. Es erfolgt eine gesonderte; Anlage der Probe bei 30°C Bebrütungstemperatur.

Transportmedium: 10 ml Urinröhrchen ohne Stabilisator (Bestell-Nr.: UM10)

Urineintauchnährboden (bedingt geeignet)

1. Mittelstrahlurin:
Damit die Erreger im Blasenurin möglichst hohe Keimzahlen erreichen (Abgrenzung gegen Kontaminanten), sollte die Urinentnahme frühestens 3-5 Stunden nach der letzten Miktion erfolgen, in der Regel ist dies der erste Morgenurin.
Beim Mann: Hände und Vorhaut mit Seife waschen. Vorhaut zurückziehen, Eichel mit milder Seifenlösung waschen, mit frischem Wasser spülen, mit sauberem Tupfer trocknen. Das 1. Urindrittel ablaufen lassen, dann, ohne den Harnstrahl zu unterbrechen, 10 - 20 ml in sterilem Gefäß auffangen.
Bei der Frau: Eventuell Hilfsperson erforderlich. Äußeres Genitale und den Damm gründlich mit Seife waschen, mit Wasser abspülen. Nach Spreizen der Labien Urethralmündung und Umgebung mit 3 feuchten, sterilen Tupfern reinigen, mit einem vierten sterilen Tupfer trocknen. Weiteres Vorgehen wie beim Mann. Das 1. Urindrittel ablaufen lassen, dann, ohne den Harnstrahl zu unterbrechen, 10 - 20 ml in sterilem Gefäß auffangen.

2. Katheterurin:
Morgens, bzw. frühestens drei bis fünf Stunden nach der letzten Miktion. Wie beim Mittelstrahlurin gründliche Reinigung der Urethralmündung und Umgebung. Die erste Urinprobe wird analog der des Mittelstrahlurins verworfen, die spätere Urinprobe wird aufgefangen.10 - 20 ml K-Urin in sterilemGefäß auffangen. Wenn Dauerkatheter liegt (nur in Ausnahmefällen indiziert), Urin direkt aus dem (zuvor desinfizierten) Katheter, nicht aus dem Auffangbeutel entnehmen.

3. Punktionsurin:
Blase muss gefüllt sein. Hautoberfläche der suprapubischen Punktionsstelle desinfizieren.
10 - 20 ml Urin entnehmen und in ein steriles Gefäß füllen. Blasenpunktionsurin besitzt den größten Aussagewert. Unbedingt auf dem Anforderungsschein vermerken, da jede Keimzahl als diagnostisch signifikant anzusehen ist.

Urineintauchnährboden (777)

4. Eintauchnährböden (nur bedingt geeignet):

Urintauchkulturen sind ein Screening mit begrenzter Aussagekraft, es sollte bedacht werden, dassdurch Resturin im Röhrchen der Tauchkulturen und falsche Eintauchtechnik erhebliche Fehlerquellenentstehen können (z.B. Verfälschung der Keimzahl). Anspruchsvolle Keime, wie z.B. hämolysierendeStreptokokken, einige Acinetobacter spp. oder durch Chemotherapieanbehandelte Keime mit „Zwergkolonien“, wachsen nicht an.Negative Ergebnisse schließen bakterielle Infektionen nicht aus, hierzu ist das Screening zu wenig spezifisch und zu wenig sensibel.

1. Kontrollieren ob der Nährboden in einwandfreiem Zustand ist (Nährböden dürfen nicht eingetrocknet sein. Verfallsdatum und zulässige Lagerungstemperatur beachten)

2. Es wird empfohlen den Urin in einem gesonderten Uringefäß aufzufangen. (Der Urin sollte nicht in das Gefäß des Nährbodenträgers gefüllt werden, da sonst zu viel Urinflüssigkeit zurückbleibt und die Keimzahl verfälscht wird bzw. nicht interpretiert werden kann.)

3. Schraubdeckel öffnen und den Nährbodenträger aus dem Kunststoffröhrchen nehmen, ohne die Gelflächen zu berühren.

4. Nährbodenträger dreimal in den frisch gewonnen Urin eintauchen, sodass die Nährbodenflächenvollständig mit Urin benetzt werden. Wenn nicht genügend Urin vorhanden ist, können die Nährbodenflächen mit Urin sorgfältig benetzt werden.

5. Überschüssigen Urin vom Nährbodenträger am Rande des Auffangbechers abstreifen.

6. Die letzten Tropfen Urin mit einem sauberen Filterpapier vom unteren Rand des senkrecht gehaltenen Nährbodenträgers absaugen. Es darf kein überschüssiger Urin im Röhrchen des Nährbodenträgers zurückbleiben.

7. Nährbodenträger zurück in das Kunststoffröhrchen geben und fest zuschrauben.

Zusätzliche Untersuchung bei ungezielter Anforderung (nicht aus Eintauchnährboden):

  • Urinsediment
  • Urinstatus 
  • Hemmstoffnachweis

Untersuchung auf besondere Anforderung:

  • MRE (MRSA, MRGN, VRE)
  • Neisseria gonorrhoe (Erststrahlurin oder Abstrich), Kultur/PCR
  • Chlamydien trachomatis PCR (Erststrahlurin oder Abstrich)
  • Mycoplasmen/Ureaplasmen (Kultur)
  • Mycoplasma genitalium (PCR)
  • Sprosspilze (Erststrahlurin oder Abstrich)
  • Trichomonas vaginalis (PCR: Erststrahlurin oder Abstrich)

Transportmedien:

  • Abstrichbesteck mit Transportmedium, dünner drahtgestielter Tuper. Bestell-Nr. ABSD130 (geeignet auch für Gonokokkennachweis bei taggleichem Transport)
  • für  Chl. trachomatis und Neisseria gonorrhoeae (PCR): Trockener Spezialtupfer. Bestell-Nr. ABSD150
  • für  Trichomonas vaginalis, Mycoplasmen und Ureaplasmen (PCR): dünner drahtgestielter trockener Tupfer. Bestell-Nr. ADT140

Damit sich Erreger in der Schleimhaut anreichern können, Probenahme immer mehrere Stunden nach Miktion. Reinigung der Harnröhrenöffnung mit vorher befeuchtetem Tupfer, anschliessend mit weiterem Tupfer trocknen. Ausstreichen der Harnröhre und Aufnahme des Sekrets auf sterilem Watteträger. Kann kein Sekret gewonnen werden, dünnen Tupfer ca. 2 cm in die Harnröhre einführen und unter Drehen Sekret und Zellen gewinnen (letzteres immer bei Untersuchung auf Chl. trachomatis - intrazellulärer Erreger!). Tupferabstrich in Transportmedium einbringen. Zusätzlich ist in der Regel ein weiterer Abstrich mit Spezialtupfer für PCR von Chlamydien und ggfs. Gonokokken sinnvoll.
Für die allgemeine mikrobiologische Kultur möglichst taggleicher Transport in das Labor (insbesondere bei V.a. auf Gonokokken, Mycoplasmen und Ureaplasmen).

Untersuchung bei ungezielter Anforderung:

  • Grampräparat (optimal: Direktpräparat einsenden)
  • Aerobe Kultur einschliesslich Kultur auf Gonokokken, Mykoplasmen/Ureaplasmen und Sproßpilze

Untersuchung auf besondere Anforderung:

  • Chl. trachomatis und/oder Neisseria gonorrhoe (PCR)
  • Herpes simplex PCR (besonderes Abstrichbesteck)
  • Trichomonas vaginalis: methanol-fixiertes Nativpräparat in der Praxis direkt am Patienten oder Trichomons-PCR: Urethral-/Vaginalabstrich, 1. Portion eines Morgenurins

Transportmedien: Abstrichbeck, Wattetupfer mit Transportmedium GLP-Bestell-Nr.: ABSS150 

Wichtigste mikrobiologisch bedingte Veränderungen der Vagina sind:

  1. Candidamykose
  2. bakterielle Vaginose, eine Fehlbesiedlung (keine Infektion) mit Gardnerella vaginalis und verschiedenen Anaerobierarten
  3. Trichomonadenkolpitis.

Das Grampräparat hat hier eine besondere Bedeutung, da es neben wegweisenden Befunden wie Nachweis von Pilzmyzelien oder clue-cells; besser als die Kultur eine Abschätzung der quantitativen Verhältnisse erlaubt.

Nach Möglichkeit sollte zusätzlich zum Abstrich im Transportmedium auch ein Ausstrich auf einem Objektträger mitgesandt werden Die Trichomonadenkolpitis kann durch Nachweis von Trichomonas vaginalis mikroskopisch auf einem Methanol-fixierten Objektträger mittels PCR (keine GKV-Leistung) diagnostiziert werden, alternativ ist bei taggleichem Transport eine kulturelle Untersuchung im Labor möglich. Bei V.a. Gonorrhoe ist ein Zervix- oder Urethraabstrich besser geeignet. Lagerung des Abstrichs bei RT


Untersuchung bei ungezielter Anforderung:

  • Grampräparat (ggf. zusätzlich Direktpräparat einsenden)
  • Aerobe Kultur einschließlich Gardnerella vaginalis und Neisseria gonorrhoeae
  • Kulturell auf Mykoplasmen/Ureaplasmen
  • Kulturell auf Sproßpilze

In der Schwangerschaft ist eine Screeninguntersuchung auf B Streptokokken sinnvoll (Vaginal- und auch Rektalabstrich).

Cervixabstrich zum Nachweis von HPV und Zytologie

Transportmedien:

  • Abstrichbeck (keine Gravidität), GLP-Bestell-Nr.: ABHPVw
  • Abstrichbeck (Gravidität), GLP-Bestell-Nr.: ADT140
  • Abstrichbeck HPV + Zytologieidität), GLP-Bestell-Nr.: ABHPV+