Fetale Rhesusfaktor-Bestimmung aus mütterlichem Blut (NIPT-RhD)

Donnerstag, 01 Juli 2021

Etwa 17% der schwangeren Frauen in Deutschland sind Rhesus-D-negativ (RhD-negativ). Davon tragen ca. 60 % einen RhD-positiven Feten aus, was eine Immunreaktion bei der RhD-negativen Schwangeren auslösen und die Rhesuskrankheit beim Kind hervorrufen kann. Bisher erhielten alle RhD-negativen Schwangeren in der 28.-30. Schwangerschaftswoche eine Anti-D-Prophylaxe, um eine Immunreaktion zu verhindern. Dabei werden humane Blutprodukte verabreicht, die in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen führen können, und deren Einsatz aus medizinischen und ethischen Gründen restriktiv gehandhabt werden sollte. Die pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors hilft diejenigen Frauen zu identifizieren, die auf eine antepartale Anti-D-Prophylaxe verzichten können, weil sowohl sie selbst als auch ihr Fetus RhD-negativ sind.

Download Fachinformation Fetale Rhesusfaktor-Bestimmung

  • Hochzuverlässige Ergebnisse liefert der nicht invasive pränatale Test (NIPT) ab der 20. SSW.
  • Rund 40 % der RhD-negativen Frauen können sich eine antepartale Anti-D-Prophylaxe gezielt ersparen.
  • NIPT-RhD für RhD-negative Schwangere ist seit Ende 2020 Bestandteil der Mutterschafts-Richtlinien. Die Kosten werden bei Einlings-Schwangerschaften ab dem 1. Juli durch die GKV übernommen.
  • Die Labor-Untersuchung belastet nicht Ihren praxisspezifischen Fallwert.
  • Für Privatpatientinnen betragen die Kosten gemäß GOÄ 154,18 Euro.
  • ¡ Der Test erfordert die vorherige genetische Beratung durch eine Person mit entsprechender Qualifikation („fachgebundene genetische Beratung“, 72-Std.-Curriculum). Die genetische Beratung wird im EBM nach GOP 01788 mit 9,34 Euro vergütet (maximal zweimal pro Schwangerschaft abrechenbar).
  • Muster 10 plus Einwilligungserklärung der Schwangeren. Unser Formular finden Sie hier
  • Für Privatpatientinnen nutzen Sie bitte Anforderungsschein für Labordiagnostik und tragen unter weitere Untersuchungen „Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors“ und die „Schwangerschaftswoche“ ein.
  • star.net@ Labor-Anwender finden die relevanten Infos unter dem Suchbegriff „fetaler Rh-Faktor“.

Nach wenigen Tagen erhalten Sie einen ärztlich validierten Befund zusammen mit dem Mutterpass-Etikett