Aktuelles zur SARS-CoV-2-Labordiagnostik: Diagnostik, Meldung, Abrechnung

Dienstag, 03 November 2020

Für eine aktuelle und umfassende Übersicht zum SARS-CoV-2 verweisen wir auf die detaillierte Informationsseite des RKI und den Situation Report der WHO.

Zur schnellen und breiten Erfassung von Covid-19-Fällen und symptomatischen Kontaktpersonen hat das RKI für den Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion Kriterien (Stand 03.11.2020) festgelegt.

Darüber hinaus definiert die am 14.10.2020 veröffentlichte Coronavirus-Testverordnung (TestV) Kriterien und Testhäufigkeit folgender asymptomatischer Personen:

  • Kontaktpersonen von SARS-CoV-2 infizierten Personen
  • Personen nach Auftreten von Infektionen in Einrichtungen und Unternehmen
  • Testungen zur Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2

Vorrangig sollte eine SARS-CoV-2-RT-PCR veranlasst werden. Aufgrund eingeschränkter Kapazitäten der Labore als auch für ein rasches Ergebnis kann für diesen Personenkreis ein vor der Paul-Ehrlich-Gesellschaft zugelassener SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltest ambulant (POCT) verwendet werden. Ein positves Ergebnis im Antigen-Test soll durch eine PCR bestätigt werden.

Sensitivere SARS-CoV-2-Antigen-Laborteste sind für den Dezember 2020 angekündigt (GOP 32779)

SARS-CoV-2-RT-PCR

 

Im Verdachts- oder Erkrankungsfall soll eine SARS-CoV-2-RT-PCR zur Bestätigung oder differentialdiagnostischen Abklärung (z.B. Influenza) aus respiratorischem Material durchgeführt werden. Schicken Sie uns hierzu einen separaten Naso- oder Oropharyngeal-Abstrich ohne Medium (ggf. Sputum, Trachealsekret oder BAL) in einer separaten Versandtüte ein.  Zur Stabilisierung der Virus-RNA sollte der Tupfer vorher mit steriler NaCl-Lösung angefeuchtet und die Probe gekühlt bei 2-8°C gelagert und transportiert werden.

Bitte beachten Sie, dass das Labor nicht ausgestattet ist, um vor Ort eine Probenentnahme bei Verdachtsfällen durchzuführen.

Abrechnung SARS-CoV-2-RT-PCR:

  • GKV: GOP 32816
  • Privat: GOÄ 4780, 4782, 4783, 4785
  • IGeL: 58,28 €
  • Corona-Warn-App: GOP 32811

Da die Erkrankung der Meldepflicht (IfSG) unterliegt, gilt die Ausnahmekennziffer 32006.

Übersicht über Testung und Abrechnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung  (Stand. 9.11.2020)

Antikörper gegen SARS-CoV-2

 

Etwa 80% der Erkrankungen mit COVID-19 verlaufen mit milder oder moderater Symptomatik sodass von einer Vielzahl unerkannter Fälle in der Bevölkerung auszugehen ist. Insbesondere für Riskopatienten und für Mitarbeiter im medizinischen Bereich stellt sich aktuell oft die Frage, ob eine Infektion bereits durchlaufen wurde. Nach bisheriger Studienlage, ist bei Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ein zumindest zeitweiliger Schutz gegen eine Neuinfektion anzunehmen.

Die Bestimmung der Antikörper ist ab sofort auch Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), allerdings nur bei direktem zeitlichen Bezug zu einer COVID-19-Symptomatik. Entsprechend den Empfehlungen der KBV sollten hierbei zur Beurteilung der Serokonversion zwei Proben im Abstand von 7-14 Tagen entnommen werden. Die zweite Probenentnahme sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt erfolgen.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind Antikörper meist ab 14 Tagen, in Einzelfällen auch ab 4-6 Wochen nach Symptombeginn nachweisbar. Der verwendete Assay der Fa. Roche erfasst Gesamt-Antikörper - einschließlich IgG - gegen SARS-CoV-2 und besitzt eine Spezifität von 99.8%. Soweit bisher beurteilbar, zeigt der Test keine Kreuzreaktivität mit endemisch zirkulierenden Coronaviren.

Abrechnung SARS-CoV-2-Antikörper:

  • GKV: EBM GOP 32641
  • Privat: GOÄ 4400
  • IGeL: GOÄ 4400 (17,49 € Faktor 1.0 bzw. 20,11 € mit Faktor 1,15)

Meldung:

Meldepflichtig gemäß § 6 Abs.1 IfSG ist der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf COVID-19. Zur Meldung verpflichtet sind nicht nur Ärzte, sondern auch Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter von Gemeinschafteinrichtungen.