SARS-CoV-2-RT-PCR und Antikörper

14.05.20
im MVZ Medizinisches Labor Oldenburg

SARS-CoV-2-RT-PCR

Für aktuelle Informationen zum SARS-CoV-2 verweisen wir auf die detaillierte Informationsseite des RKI und den Situation Report der WHO.

Zur schnellen und breiten Erfassung von Covid-19-Fällen und symptomatischen Kontaktpersonen hat das RKI die Kriterien (Stand 12.05.2020) für den Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion erweitert:

Verdachtsfall

  • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere und/ oder Verlust von Geruchs-/ Geschmackssinn bei ALLEN Patienten unabhängig von Risikofaktoren

Im Verdachtsfall soll eine SARS-CoV-2-RT-PCR zur Bestätigung oder differentialdiagnostischen Abklärung (z.B. Influenza) aus respiratorischem Material durchgeführt werden. Schicken Sie uns hierzu einen separaten Naso- oder Oropharyngeal-Abstrich ohne Medium (ggf. Sputum, Trachealsekret oder BAL) in einer separaten Versandtüte ein.  Zur Stabilisierung der Virus-RNA sollte der Tupfer vorher mit steriler NaCl-Lösung angefeuchtet und die Probe gekühlt bei 2-8°C gelagert und transportiert werden. 

Bitte beachten Sie, dass das Labor nicht ausgestattet ist, um vor Ort eine Probenentnahme bei Verdachtsfällen durchzuführen.

Da die Erkrankung der Meldepflicht (IfSG) unterliegt, gilt die Ausnahmekennziffer 32006.

KBV und GKV-Spitzenverband schreiben vor, dass Fälle mit klinischem Verdacht oder Nachweis einer Infektion mit SARS-CoV-2 mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen sind.

Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus sind namentlich dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden.

Abrechnung SARS-CoV-2-RT-PCR:

  • GKV: EBM 32816, nur abrechenbar bei o.g. Verdachtsfällen
  • Privat: 4780, 4782, 4783, 4785

Antikörper gegen SARS-CoV-2

Etwa 80% der Erkrankungen mit COVID-19 verlaufen mit milder oder moderater Symptomatik sodass von einer Vielzahl unerkannter Fälle in der Bevölkerung auszugehen ist. Insbesondere für Riskopatienten und für Mitarbeiter im medizinischen Bereich stellt sich aktuell oft die Frage, ob eine Infektion bereits durchlaufen wurde. Nach bisheriger Studienlage, ist bei Nachweis von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 ein zumindest zeitweiliger Schutz gegen eine Neuinfektion anzunehmen.

Die Bestimmung der Antikörper ist ab sofort auch Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), allerdings nur bei direktem zeitlichen Bezug zu einer COVID-19-Symptomatik. Entsprechend den Empfehlungen der KBV sollten hierbei zur Beurteilung der Serokonversion zwei Proben im Abstand von 7-14 Tagen entnommen werden. Die zweite Probenentnahme sollte nicht vor der dritten Woche nach Symptomeintritt erfolgen.

Nach aktuellem Kenntnisstand sind  Antikörper meist ab 14 Tagen, in Einzelfällen auch ab 4-6 Wochen nach Symptombeginn nachweisbar. Der verwendete Assay der Fa. Roche erfasst Gesamt-Antikörper - einschließlich IgG - gegen SARS-CoV-2 und besitzt eine Spezifität von 99.8%. Soweit bisher beurteilbar, zeigt der Test keine Kreuzreaktivität mit endemisch zirkulierenden Coronaviren.

Abrechnung SARS-CoV-2-Antikörper:

  • GKV: EBM GOP 32641
  • Privat: GOÄ 4400
  • IGeL: GOÄ 4400 (17,49 € Faktor 1.0 bzw. 20,11 € mit Faktor 1,15)

Für Fragen zu Indikation, Probengewinnung und Versand nehmen Sie bitte vorab Kontakt zu unserem Diensthabenden Arzt auf : 0441-361408-10