9. Sonderanalysen aus dem Liquor

Labordiagnostik der Liquorfistel

Mit Liquorfistel wird ein Dura-Leck, durch das Liquor in die Umgebung austreten kann, beschrieben. Gibt es gleichzeitig, z.B. bei einer Schädelbasisfraktur, einen Anschluß an die Nasennebenhöhlen, das Innenohr bzw. den Gehörgang, so kommt es zur Liquorrhoe aus Nase oder Ohr. Häufig werden solche Liquorfisteln erst durch ihre Komplikationen, die bakterielle Meningitis oder den intrakraniellen Abszess erkannt. Diese wiederum haben eine hohe Letalität.

Obwohl es auch zu einem spontanen Verschluß der Liquorfistel kommen kann, ist in aller Regel die operative Versorgung des Defektes notwendig. In dieser Situation ist es wichtig, mit großer Sicherheit den Nachweis von Liquor cerebrospinalis in dem ausgetretenen Sekret zu führen.

Hier spielt die Bestimmung liquoreigener Proteine eine Rolle. Als ZNS-eigene Proteine kommen die Prostaglandin-D-Synthase (ß-Trace-Protein) sowie das Transthyretin (Präalbumin) in Frage.

Die nephelometrische Bestimmung von ß-Trace (Prostaglandin-D-Synthase) ermöglicht bei einem Cut-off-Wert von 6 mg/l (Spezifität von 100 %, Sensitivität von 92 %) die Diagnose einer Liquorfistel. Alternativ kommen elektrophoretische Verfahren in Betracht.

Protein S100 im Liquor und Serum

Protein der Astrozyten, extrazerebral auch von Melanozyten gebildet. Ein Konzentrationsanstieg von S100 im Serum findet sich akut (innerhalb von Stunden) bei epileptischem Anfall, Commotio cerebri, offener Herz-Op, Schädel-Hirn-Trauma, subakut (innerhalb von Tagen) bei Hirninfarkt sowie chronisch bei Creutzfeldt-Jakob-Krankheit.

ACE im Liquor

Die Bedeutung der ACE-Aktivitätsbestimmung im Liquor für die Diagnose der Neurosarkoidose ist noch nicht geklärt. Der intrathekale Nachweis wird durch Bezug auf den Albumin-Quotienten geführt nach der Formel für die Berechnung des Cut-off-Wertes: ACELiquor < 0,5 + 90 x QAlbumin.

nach oben