8. Tumoren des ZNS/Metastasen

Nachweis einer intrathekalen CEA-Bildung

Im ZNS gebildetes CEA ist ein Marker für metastasierende Tumoren des ZNS. Bei ca. 90 % aller Meningealkarzinosen, jedoch nur bei etwa 45 % der Metastasen im Hirnparenchym kann ein positiver Nachweis erwartet werden. Aufgrund der ähnlichen Molekülgröße wird der Quotient aus CEA im Liquor/CEA im Serum im IgA-Quotientendiagramm ausgewertet.

Je weiter die CEA-produzierende Metastase vom Ventrikelsystem entfernt ist, desto unwahrscheinlicher ist ein CEA-Nachweis im Liquor. Das gilt besonders für Parenchymmetastasen in fronto-parietalen Hirnarealen.

Hirntumoren

Die Liquorbefunde zeigen häufig nur eine reine Blut/Liquor-Schranken-Störung ohne Pleiozytose. Bei selektiver lokaler IgM-Produktion sollte auch an den Ausschluss bzw. Nachweis eines Non-Hodgkin-Lymphoms gedacht werden. Die intrathekale CEA-Synthese (s.o.) ist beweisend für eine Karzinom-Metastase.

Paraneoplastische Syndrome (Enzephalomyelitis)

Bei einigen Tumoren treten im Krankheitsverlauf paraneoplastische ZNS-Erkrankungen auf, die durch den intrathekalen Nachweis neuronaler Antikörper verifiziert werden können. Der Antikörperindex > 4,0 gilt als beweisend für die lokale Synthese, zwischen 2,0 und 4,0 als wahrscheinlich.

Die Yo-Antikörper-vermittelte Enzephalitis manifestiert sich bevorzugt bei Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren (insbesondere Ovarial-Ca) als akute/subakute Zerebellitis mit Kleinhirnsymptomen, gelegentlich auch als Polyneuropathie. Es finden sich intrathekal nachweisbare IgG-Antikörper gegen zytoplasmatische Purkinje-Zellantigene (Yo-Antikörper).

Die Hu-Antikörper-vermittelte Enzephalitis wird insbesondere bei Patienten mit kleinzelligem Bronchialkarzinom sowie Adenokarzinom der Lunge be-obachtet. Hier finden sich IgG-Antikörper gegen Zellkernantigene der Purkinje Zellen (Hu-Antikörper). Der Verlauf ist in der Regel maligne.

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