Patientenkreis für MRSA-Screening erweitert

06.12.17

Der Bewertungsausschuss hat  den Kreis der Risikopatienten für die Erhebung des Status für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) dahin gehend erweitert, dass nicht mehr mehrere Risikokriterien erfüllt sein müssen.

Ein MRSA-Risikopatient muss in den letzten sechs Monaten stationär (mindestens 4 zusammenhängende Tage Verweildauer) behandelt worden sein und zusätzlich die folgenden Risikokriterien erfüllen:

  • Patient mit positivem MRSA-Nachweis in der Anamnese

und/oder

  • Patient mit chronischer Pflegebedürftigkeit (Vorliegen eines Pflegegrades) und einem der nachfolgenden Risikofaktoren:
    • Antibiotikatherapie in den zurückliegenden 6 Monaten,
    • liegende Katheter (z.B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde, Trachealkanüle)

und/oder

  • Patient mit Hautulkus, Gangrän, chronischer Wunde und/oder tiefer Weichgewebeinfektion

und/oder

  • Patient mit Dialysepflichtigkeit.

 

Abrechnung:

Die Gebührenordnungspositionen des Abschnitts 30.12 (außer der Laborziffern 30954 und 30956) sind nur bei Risikopatienten für eine MRSA-Kolonisation oder MRSA-Infektion sowie bei deren Kontaktperson(en) bis zum 3. negativen Kontrollabstrich  11-13 Monate nach Abschluss der Eradikationstherapie berechnungsfähig.

Die Grundvoraussetzung für die Berechnung dieser Gebührenordnungsposition  ist unverändert die Genehmigung durch die Kassenärztlichen Vereinigung, wenn die Anforderungen der Qualitätssicherungsvereinbarung MRSA gemäß § 135 Abs. 2 SGB V)  erfüllt sind.

Die Gebührenordnungsposition 30942 ist nur in Behandlungsfällen berechnungsfähig, in denen eine Eradikationstherapie erfolgt und darf nur einmal je Sanierungsbehandlung berechnet werden. Sofern ein Patient im Laufe der weiteren Sanierungsbehandlung einen positiven Kontrollabstrich aufweist, kann nach Prüfung des medizinischen Erfordernisses eine zweite Eradikationstherapie vorgenommen werden. Sofern eine weitere Eradikationstherapie erforderlich ist, kann diese nur nach Vorstellung des Falles in einer Fall- und/oder Netzwerkkonferenz erfolgen. Wenn keine Fall-/Netzwerkkonferenz erreichbar ist, hat der behandelnde Arzt sich bei der zuständigen Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes entsprechend zu informieren.