Erste Stufe der Laborreform zum 1. April 2018

04.04.18

Zum 1. April 2018 ist die erste Stufe der vom Bewertungsausschuss der KBV beschlossenen Laborreform in Kraft getreten, die zu weitreichenden Änderungen der Ausnahmekennziffer (AKZ) im Kapitel 32 (Labor) und damit verbunden einer Neuberechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus (WiBo) führt.

Nachfolgend finden Sie Erläuterungen zu den Neuerungen, maßgeblich ist jedoch ausschließlich die offizielle Beschlussfassung des Bewertungsausschusses nach §87 Abs. 1 Satz SGB V in seiner 412. Sitzung (schriftliche Beschlussfassung) zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. April 2018.

Praxisrelevante Änderungen

1. Die Zahl der AKZ wurde auf 16 reduziert. Jeder AKZ wurden bestimmte Laboruntersuchungen bzw. Gebührenordnungspositionen (GOP) zugeordnet, die den WiBo nicht belasten. Darüber hinaus beauftragte Laboruntersuchungen fließen in die Budgetberechnung mit ein.

2. Für die Übertragung der AKZ an die zuständige KV ist zukünftig der anfordernde Arzt alleine verantwortlich. Für die Berechnung des WiBo werden künftig ausschließlich die in Ihrem Praxisverwaltungssystem hinterlegten bzw. an die KV übermittelten AKZ herangezogen.

3. In einem Behandlungsfall können nun mehrere AKZ angegeben werden, z. B. GOP 32006 (gesetzliche Meldepflicht) und GOP 32022 (manifester Diabetes mellitus). Die konsequente Angabe aller zutreffenden AKZ in einem Behandlungsfall erhöht Ihren WiBo.

Allgemeine Änderungen

4. Bei der Berechnung des individuellen WiBo werden auch wieder die Behandlungsfälle mit Ausnahmekennziffern berücksichtigt. Dieses ist eine Verbesserung, da der mögliche WiBo summenmäßig größer wird.

5. Die Punktwerte zur Berechnung des WiBo (GOP 32001) wurden für jede Arztgruppe angepasst.

6. Bei der Berechnung des WiBo wird nur noch ein Budget berechnet, die bisherige Trennung in Kapitel 32.2 und Kapitel 32.3 entfällt.

7. Die Berechnung des individuellen WiBo ergibt sich in jedem Quartal aus dem Vergleich des arztgruppenspezifischen Fallwertes im Vergleich zu den arztgruppenspezifischen Fallwerten. Die zugrundeliegenden Berechnungsformeln entnehmen Sie bitte der offiziellen Beschlussfassung.

Unverändert bleiben die Regelungen zur Kennzeichnungs-Nr.  87777 für Knappschaftsärzte. Diese muss weiterhin auf Muster 10 und 10A eingetragen werden

Für Rückfragen stehen Ihnen die ärztlichen Kolleginnen und Kollegen des Labors (Tel.: 0441-36140810) sowie die für Sie zuständige Außendienstmitarbeiterin gerne zur Verfügung.